Draußen vor dem Fenster plätschert seicht der Regen gen Erde. Ich musste gerade durch das ungemütliche, kalte Nass nach Hause eilen. Ich freue mich darauf, wenn die Sonnentage wieder anbrechen. Es wärmer wird, der Tag sich länger angenehm warm bis spät in die Nacht ergießt. Ich bin eher so der Sommer Typ. Ich mag es warm, hell und freundlich. Das hebt zugleich auch noch die Stimmung, die manchmal auch gedrückt sein darf. Es gibt nicht nur helle Tage, ab und zu geht es uns auch mal nicht gut. Und das ist auch ok. Wir sind keine Maschinen, keine Roboter, keine KI. Es geht auf und ab in so einem menschlichen Innern. Authentisch jetzt zu sein, bedeutet dem auch Raum zu geben und auch mal ein nicht gutes Gefühl zu zu lassen und es nicht durch Alkohol, Ablenkung zu unterdrücken. Viel mehr zu versuchen es zu verstehen und anzunehmen als Teil der eigenen Persönlichkeit, des echten, ungeschminkten Selbstes. Dann erst findet man Wahrheit. Eine Wahrheit, die nicht in Büchern steht, die uns kein Anderer mitteilen kann als wir nur rein selber durch unser Sein begreifen und verinnerlichen können.

Ich behaupte, jeder Mensch hat eine eigene Wahrheit. Eine, die ihm das Leben beigebracht hat durch die Lektionen und schweren Zeiten durch die er gehen musste. Und diese eigene Wahrheit ist nicht messbar, nicht bestimmbar in Gehalt oder auch Wertigkeit. Das muss sie auch gar nicht. Im Grunde muss sie auch nicht geteilt oder heraus posaunt werden. Denn sie ist nur für ein Selbst und sein Sein und Werden von Belang. Im Zwiegespräch mit dem Selbst und den eigenen Dämonen, die einen quälen mögen, lernt man sie und mit ihr. Entwickelt sich nur durch bewusste, wache Präsenz, Existenz weiter. Ohne Input von Außen. Ein geschlossenes System, wenn man es so bezeichnen will. In diesem Umstand gipfelt das Mahnmal der Individualität, das dort seinen Höhepunkt findet. Denn ohne Einfluss von Außen kann eine Persönlichkeit einen Weg einschlagen, der vom Außen unberührt bleibt und noch mehr an Einzigartigkeit in Variation des bereits gelebten bildet.

Das bedeutet aber, dass man bewusst sein eigenes Handeln überdenkt, sich selber beleuchtet und auch mal kritisiert oder direkt aus einem falschen Handeln lernen kann, in dem man es abschaltet oder falschen Einflüssen aus dem Weg geht. Jeder Mensch hat seine eigenen Ideale und gekoppelt mit Selbstreflektion kann er zu einem Aushängeschild einer Idee werden. Niemals wird ein Anderer erfahren, was ihn ihn wirklich zu dem gemacht hat, der er heute ist. Aber man kann ihn zumindestens respektieren. Das schuldet man jedem lebenden Wesen, egal welchen Weg es eingeschlagen haben mag. Nie ist eine Existenz ein Fehler. Immer gibt es Hintergründe und Erfahrungen, die wir nicht kennen. Die uns vielleicht sogar nicht mal zu stehen zu erfragen. Jede Seele da draußen hat ihren eigenen Pfad, den sie mal schwer, mal leicht beschreitet. Ein Volk aus unendlicher Masse an Individuen, die alle in ihrer eigenen Blase der inneren Existenz leben. Gebildet aus Meinungen, Wissen und auch sogar Moralvorstellungen und Religion als auch Erziehung. Nicht zu vergessen die Menschen, die sich Umfeld schimpfen. Jeder lebt in seinem Fenster der Wirklichkeit und betrachtet die Realität durch die Brille des Selbstes. Dass wir überhaupt manchmal mit Anderen harmonisieren scheint schon fast ein kosmischer Zufall zu sein. Variablen, die durch Zufall und Schicksal aufeinander treffen und sich angleichen. Auf dass eine begrenzte Lebenszeit geteilt werden möge.


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Von Cassyhopya

Als Blogger, Schriftsteller und kreative Seele lebe ich für die Freiheit des Geistes. Ich glaube, dass wahre Freiheit in der grenzenlosen Entfaltung unserer Gedanken und Ideen liegt. Diese Überzeugung treibt mich an, alles Wissen, das ich finde, zu teilen – sei es durch Worte, Bilder oder andere kreative Ausdrucksformen. Denn Wissen ist ein Fluss, der fließen muss, um zu nähren und zu wachsen.

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